Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


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©️ Maurizio Lupi Vice presidente della Camera dei Deputati, 22.05.2008, Maurizio Lupi via Flickr.

© Collage IKFN

Politische Partizipation
zwischen Wandel und Beharrung

Zeit: 29.09. – 1.10.2021
Ort: Universität Trient

Die gegenwärtigen Krisenerscheinungen auf europäischer Ebene, besonders in den Beziehungen zwischen den südeuropäischen Ländern einerseits und den nord- bzw. zentraleuropäischen Ländern andererseits, spitzen sich immer stärker zu und werden häufig auf gegensätzliche Stellungnahmen in Fragen der nationalstaatlichen Governance, der Wirtschafts- und der Finanzpolitik zurückgeführt. Sie können aber auch als Ausdruck eines grundsätzlichen Unterschieds in der politischen Entwicklung und Kultur von Ländern interpretiert werden, deren politische Systeme auf ganz anderer politisch-geschichtlichen Grundlage und Legitimationsbasis entstanden sind und immer noch ruhen.

Nach Meinung der Projektverantwortlichen sind die aktuellen Krisen der Europäischen Union u.a. auf unterschiedliche Vorstellungen von politischer Partizipation in den einzelnen europäischen Ländern zurückzuführen. Deutlich wird dies, wenn man unter Partizipation keine persönliche politische Teilhabe, sondern eine Einflussnahme über Stellvertreter und Repräsentanten begreift. Die Entwicklung der politischen Repräsentation erscheint unter diesem Blickwinkel in Deutschland als von jeher föderal organisiert, während in Italien eher auf Individual-Repräsentanten bzw. auf Individuen aufbauende, nationalstaatliche ‚Volks’-Vertretungen gesetzt wurde.

Um die Spur von historisch bestimmten Unterschieden zwischen den zwei Ländern (Deutschland und Italien) in Bezug auf die politische Partizipation durch Repräsentation zu verfolgen, wird vom 29.09. bis zum 01.10.2021 eine Tagung an der Universität Trient durchgeführt, die vom DAAD finanziert wird.

Die festgestellten Unterschiede gilt es, durch einen fachlichen und kulturellen Austausch zwischen italienischen und deutschen Historikerinnen und Historikern sowie historisch interessierten Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern darzustellen, herauszuarbeiten und in ihren Langzeitwirkungen zu verstehen. Expertinnen und Experten aus Deutschland und Italien sollen die historische Perspektive in den Blick nehmen, sich zugleich aber auch mit der Gegenwart auseinandersetzen und die heutige „politische Partizipation“ durch Repräsentation hinterfragen. Im Konkreten gilt es, historische Hintergründe, politische Zielvorstellungen, Organisationsformen sowie institutionelle Subjekte der politischen Partizipation durch Repräsentation zu ergründen, um eine fachliche Vertiefung im aktuellen Forschungsgebiet der politischen Partizipation durch Repräsentation zu erzielen.

Ziel des Projekts ist es, durch die vergleichende Betrachtung der historischen Entwicklung zur Klärung folgender gesellschaftliche und politischer Frage beizutragen: In welche Richtung entwickelt sich unsere heutige Gesellschaft? Befinden wir uns in einer Zeit des Wandels oder der Beharrung, im Fortschritt oder der Rückkehr zu früheren Regierungssystemen und Partizipationsformen?

Die Tagung findet in hybrider Form statt. Eine Teilnahme ist online möglich. Für weitere Informationen und die Anmeldung wenden Sie sich bitte an siegrid.westphal@uni-osnabrueck.de

Programm

Mercoledì 29 Settembre 2021/
Mittwoch, 29. September 2021

Apertura del convegno/
Eröffnung und Begrüßung:

13.00: Saluti del Direttore del Dipartimento di Lettere e Filosofia Prof. Dr. Marco Gozzi
Begrüßung des Direktors des Departments of Humanities Prof. Dr. Marco Gozzi

13.15: Saluti e apertura dei lavori: Prof. Dr. Siegrid Westphal e Prof. Dr. Anna Gianna Manca
Begrüßung und Tagungseröffnung: Prof. Dr. Siegrid Westphal und Prof. Dr. Anna Gianna Manca

I sessione
Sektion 1:
Frühe Neuzeit in Deutschland
Età moderna in Germania

13.30: Prof. Dr. Georg Schmidt (Uni Jena),
Repräsentierte Freiheit. Die Mindermächtigen (neue Fürsten, Grafen, Städte, Äbte) auf dem Reichstag
Libertà rappresentata. I meno potenti (nuovi principi, conti, abati) al Parlamento imperiale)

14.00: Prof. Dr. Tim Neu (Uni Wien),
Politisch partizipieren – aber in wessen Namen? Repräsentation als Argument in frühneuzeitlichen Ständekonflikten
Partecipare politicamente, ma in nome di chi? L’argomentazione della rappresentanza nei conflitti cetuali di età moderna

14.30: Discussione/Diskussion

15.00: Pausa/Pause

15.30: Dr. Gabriele Greindl (Uni München),
Glaube und Politik - die Adelskorporation in den bayerischen Landständen im 16. Jahrhundert
Confessione e politica – il corpo della nobiltà nei ceti bavaresi del XVI secolo

16.00: Prof. Dr. Gabriele Haug-Moritz (Uni Graz),
Ständeversammlungen des 16. Jahrhunderts und ihr Publikum
Le assemblee cetuali del XVI secolo e il loro pubblico

16.30: Dr. Elisabeth Harding (Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel)
Das Recht klebt an dem Gut. Lesarten adliger Landtagsberechtigung und Vorstellungen frühneuzeitlicher Verfassungen
Rappresentanza in virtù di signoria terriera. Varianti di motivazioni nobiliari a partecipare alla dieta e concezioni di costituzione rappresentativa della prima età moderna

17.00: Discussione/Diskussion

17.30: Breve Pausa/Kurze Pause

II sessione
Sektion 2:
Età moderna in Italia
Frühe Neuzeit in Italien

17.45: Prof. Dr. Luca Mannori (Uni Firenze),
La cultura della rappresentanza nell'Italia delle città: lineamenti generali e caso toscano (secoli XV-XVIII)
Repräsentationskultur in den italienischen Städten - Allgemeine Grundlinien und der Fall Toskana (15. – 18. Jahrhunderte)

18.15: Prof. Dr. Alfredo Viggiano (Uni Padova),
Le rappresentanze a Venezia delle Terre d’Oltremare
Die Vertretung der Überseegebiete in Venedig

18.45: Discussione/Diskussion

Giovedì 30 Settembre 2021
Donnerstag, 30. September 2021

9.00: Prof. Dr. Aurelio Musi (Uni Salerno),
Forme di integrazione, rappresentanza, resistenza negli Stati italiani della prima età moderna
Integrations-, Repräsentations- und Widerstandsformen in den italienischen Staaten der Frühen Neuzeit

9.30: Prof. Dr. Sergio Zamperetti (Uni Venezia),
Istituzioni rappresentative e governo nei contadi dello Stato regionale veneto
Repräsentative Institutionen und Regiment in den contadi des venetianischen Regionalstaates

10.00: Discussione/Diskussion

10.30: Pausa/Pause

III sessione
Sektion 3:
Lungo Ottocento in Germania
Neuere Geschichte in Deutschland

11.00: Prof. Dr. Josef Matzerath (Uni Dresden),
Die kulinarische Partizipation der Parlamente. Ausspeisungen, Diäten und Tafeln sächsischer Landtage 1612-1918
Il rituale simbolico del ricevimento dei rappresentanti cetuali: ristori, pietanze, tavole alle riunioni delle diete sassoni 1612-1918

11.30: Dr. Werner Daum (Uni Hagen)
Monarchie und Konstitution. Grundlinien der europäischen Verfassungsentwicklung im langen 19. Jahrhundert
Monarchia e costituzione. Linee di sviluppo costituzionale nell’Europa del lungo Ottocento

12.00: Discussione/Diskussion

12.30-14.00: Pausa pranzo/Mittagspause

14.00: Prof. Dr. Ewald Grothe (Uni Wuppertal),
Ausschuss - Kommission - Fraktion. Formen und Funktionen parlamentarischer Repräsentation im Vormärz am Beispiel der süd- und mitteldeutschen Verfassungsstaaten
Comitato, commissione, gruppo parlamentare. Forme e funzioni della rappresentanza parlamentare nel Vormärz negli stati costituzionali tedeschi medi e meridionali.

14.30: Dr. Andreas Biefang (Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien [KGParl], Berlin),
Die parlamentarische Repräsentation der Nation im Deutschen Kaiserreich. Zur Macht des Reichstags im föderativen System
La rappresentanza parlamentare della nazione nell’Impero tedesco. Il potere del parlamento nel sistema federale

15.00: Discussione/Diskussion

15.30: Pausa/Pause

IV sessione
Sektion 4:
Il lungo Ottocento in Italia
Neuere Geschichte Italiens

16.00: Prof. Dr. Francesco Bonini (Uni Lumsa Roma),
Rappresentanza politica e territorio dall’Ottocento
Politische Repräsentation und territoriale Verwurzelung in Italien ab dem 19. Jahrhundert

16.30: Prof. Dr. Marco Meriggi (Uni Napoli),
Partecipazione elettorale e modi della rappresentanza politica. Il Parlamento di Napoli tra il 1848 e il 1849
Wahlbeteiligung und Formen der politischen Repräsentation: Das Parlament Neapels zwischen 1848 und 1849

17.00: Discussione/Diskussion

Venerdì 1 Ottobre 2021
Freitag, 1. Oktober 2021

V sessione
Sektion 5:
Storia contemporanea del XX e XXI secolo in Italia e Germania
Zeitgeschichte bzw. Neueste Geschichte in Italien und Deutschland

9.00: Prof. Dr. Fulvio Cammarano (Uni Bologna),
Rappresentanza senza partecipazione e trasformismo nell’Italia unitaria
Repräsentation ohne Partizipation und Transformismus im vereinten Italien

9.30: Prof. Dr. Antonio Chiavistelli (Uni Torino),
Prime esperienze di rappresentanza politica nella penisola italiana 1821-1849 /
Erste Erfahrungen von politischer Repräsentation auf der italienischen Halbinsel 1821-1849

10.00: Discussione/Diskussion

10.30: Pausa/Pause

11.00: Dr. Annette Knaut (Uni Augsburg),
Frauen an der Spitze: Zu Wandel und Deutung politischer Repräsentation in Massenmedien im Kontext der Pandemie
Le donne ai vertici: mutamento e significato della rappresentanza politica nei mezzi di comunicazione in epoca di pandemia

11.30: Discussione/Diskussion

12.00: Prof. Dr. Michele Nicoletti (Uni Trento),
La rappresentanza parlamentare come processo dialettico: il problema del mandato
Repräsentation als dialektischer Prozeß: die Frage des parlamentarischen Mandats

12.30: Dr. Umberto Tulli (Uni Trento),
I membri del Parlamento europeo prima e dopo l'introduzione dell'elezione diretta
Die Mitglieder des Europäischen Parlaments vor und nach der Einführung der direkten Wahl

13.00: Discussione e Discussione finale/Diskussion u. anschliessende Schlussdiskussion