Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Johann Adolf Krebs, Gesandter Bayerns und Teil der Dritten Partei; Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Sign. A 90 D Bd. 36).

Workshop "Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses. Mediation, Umfeld und Kontinuität" 

Freitag, 25. Oktober 2019; Osnabrück, Zimeliensaal der Universitätsbibliothek 


Programm

Konzept

Obgleich kaum erforscht, gilt die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses in der Fachliteratur gemeinhin als überkonfessionelle Gruppe reichsständischer Gesandter, die wesentlich zum erfolgreichen Abschluss des Friedens von 1648 beitrug. Nachdem die Verhandlungen in Folge der Ablehnung des kaiserlichen Vertragsentwurfs (Trauttmandorffianum) im Sommer 1647 ins Stocken geraten waren, nahmen Vertreter der Dritten Partei das Heft des Handelns in die Hand. Auf Grund ihrer Initiativen konnten die letzten Friedenshindernisse, wie etwa das Assistenzverbot für die Habsburger Linien, die schwedische Militärsatisfaktion oder die Aufnahme der Calvinisten in den Religionsfrieden überwunden werden. Dabei verhandelten die Vertreter der Dritten Partei mitunter an den kaiserlichen Gesandten vorbei mit den auswärtigen Kronen, um den stillstehenden Aushandlungsprozess wiederzubeleben. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie es der Gruppe gelang, maßgeblich zum erfolgreichen Abschluss des Westfälischen Friedenskongresses beizutragen, obwohl die Gesandtschaften der mächtigsten Akteure, Frankreich, Schweden und der Kaiserlichen, nicht Teil der Dritten Partei waren.

Der Osnabrücker Workshop trägt zur Behebung des Forschungsdesiderates um die Dritte Partei bei und konzentriert sich dabei vor allem auf die Handlungspraktiken und -spielräume sowie die Kontinuitäten der Gruppe. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass die Dritte Partei als Mediator in den letzten großen Fragen der Friedensverhandlungen auftrat und Konfliktlösungen herbeiführte. Im Gegensatz zur „klassischen“ Mediation, die eine Vermittlung durch neutrale Dritte darstellt, wie sie in Westfalen etwa von Venedig und der römischen Kurie praktiziert wurde, vertrat die Dritte Partei als Vertreter der Reichsstände aber mitunter klare Eigeninteressen. Zudem war sie von einigen Ergebnissen der Verhandlungen selbst unmittelbar betroffen und für Angelegenheiten des Reiches stimmberechtigt.

Der Workshop möchte die Vertreter der Partei in ihrem Umfeld auf dem Kongress beleuchten und dabei besonders die Interaktion der Gruppe mit den politisch mächtigsten Gesandtschaften sowie mit den intransigenten Akteuren betrachten. Schließlich soll ein Blick auf mögliche Kontinuitätslinien der Dritten Partei im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts, etwa im Rheinbund von 1658, gelegt werden, um den Fragen nachzugehen, ob und inwiefern die Wirkweise der Dritten Partei des Westfälischen Friedenskongresses als politisch-diplomatisches Mittel fortgeführt wurde.

Ausgerichtet wird der Workshop vom DFG-geförderten Forschungsprojekt Frieden als Kommunikationsprozess. Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses. Es ist am Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Osnabrück angesiedelt und wird von Prof. Dr. Siegrid Westphal geleitet. Die Bearbeitung liegt bei Dr. Volker Arnke.

Das Programm des Workshops finden Sie hier zum Download.

Ansprechpartner
Dr. Volker Arnke