Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


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Sixteen faces expressing the human passions, by J.Pass 1821, after C. Le Brun

Workshop "Spielräume des Affektiven in der Frühen Neuzeit"

Zeit: 11./12. Juni 2021
Ort: Virtueller Workshop, Anmeldung wird erbeten bei annika.schmitt@uni-osnabrueck.de

Wie konnte in der Epoche der Frühen Neuzeit affektives Handeln in unterschiedlichen sozialen Kontexten genutzt werden, um innerhalb eines normativen Rahmens Veränderungen zu bewirken? Gab es geschlechterspezifische Unterschiede, die die Versuche, gesellschaftliche Spielräume zu ermöglichen, prägten? Wie konkretisierten sich diese Spielräume, wie wurden sie in den Künsten thematisiert? Diesen Fragen geht ein vom Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) an der Universität Osnabrück ausgerichteter zweitägiger Workshop nach, der in interdisziplinärer Perspektive mit Vertretern aus den Literatur-, Musik-, Kunst- und Geschichtswissenschaften sowie der Theologie Affekte als potentielle Instrumente zur Erweiterung eines Normenrahmens in den Blick nimmt, der in der Frühen Neuzeit nicht zuletzt durch die Rezeption antiker und christlicher Affektenlehren geprägt war. Es wird somit ein weiter Zeithorizont in den Blick genommen, der neben der Frühen Neuzeit Entwicklungslinien von der Antike über das Mittelalter miteinbezieht. Der Workshop dient der methodisch-konzeptionellen Weiterentwicklung des in verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich akzentuierten Spielraum-Begriffs vor dem Hintergrund raumtheoretischer Modelle, der Einordnung der Fragestellungen in aktuelle Strömungen der historischen Emotionsforschung sowie den Verknüpfungsmöglichkeiten der Trias Raum – Geschlecht – Affekt.

Programm

Freitag 11.6.2021

10:00 Uhr

Kai Bremer (IKFN): Begrüßung und Einführung

10:30-11:30 (Moderation Meike Rühl, IKFN)

Hilge Landweer (FU Berlin): Angemessenheit – Situation – Raum: Eckpunkte der (Gender-)Spielräume des Affektiven

11:30-11:45 Pause

11:45-12:45 (Moderation Meike Rühl, IKFN)

Andrea Grewe (IKFN): Amour, passion, jalousie – Genderspezifische Spielräume des Affektiven in der Erzählliteratur französischer Autorinnen des 16. und 17. Jahrhunderts

Responsion: Stephanie Bung, Universität Duisburg-Essen

12:45-14:30 Mittagspause

14:30-15:30 (Moderation Christian Schneider, IKFN)

Bernhard Teuber (LMU München): Spielräume der Affektivität zwischen Zähmung und Entfesselung – Seelen- und Gender-Imaginationen in der karmelitischen Mystik Spaniens

15:30-16:30 (Moderation Christian Schneider, IKFN)

Anita Traninger (FU Berlin): Affektregimes: Fragen an eine Theorie literarischer Resonanz

16:30-17:00 Kaffeepause

17:00-18:00 (Moderation Christian Schneider, IKFN)

Susanne Schlünder (IKFN): Spielräume des Affektiven in der spanischen Literatur des 18. Jahrhunderts: Poetologie – Ökonomie – Natur

Responsion: Christian von Tschilschke, WWU Münster

18:00-19:00 (Moderation Christian Schneider, IKFN)

Margit Eckholt (IKFN): Der „Sílex del divino amor“ von Antonio Ruiz de Montoya (1585-1652) – Affektivität in der Spannung von ignatianischer (missionarischer) und theresianischer (mystischer) Spiritualität

Responsion: Mariano Delgado, Universität Fribourg; Juan Dejo SJ, Universidad Ruiz de Montoya, Lima/Peru

Samstag 12.6.2021

10:00-11:00 Uhr (Moderation Andrea Grewe, IKFN)

Kai Bremer (IKFN): Die Liebe zum Recht als Überwinderin der Affekte. Gryphius‘ Übersetzung von Vondels Gebroeders

Responsion: Daniel Weidner, Universität Halle-Wittenberg

11:00-12:00 Uhr (Moderation Andrea Grewe, IKFN)

Dietrich Helms: Spielräume weiblicher Musikpraxis um 1600 in England

Responsion: Sabine Meine, Hochschule für Musik und Tanz Köln

12:00-12:15 Pause

12:15-13:15 Uhr (Moderation Andrea Grewe, IKFN)

Silvia Schmitt-Maaß (IKFN): Freiraum Pastellporträt? Zwei Bildnisse von Jean-Étienne Liotard und Rosalba Carriera im Vergleich

Responsion: Klaus Niehr (IKFN)

13:15-14:00 Pause

14:00-15:00 Uhr (Moderation Andrea Grewe, IKFN)

Rüdiger Campe (Yale University): Institution und Affekte im Neostoizismus und bei Thomas Hobbes

15:00-15:15 Pause

15:15-16:15 Uhr (Moderation Andrea Grewe, IKFN)

Siegrid Westphal (IKFN): Rechtliche Spielräume durch den Einsatz von Affekten. Argumentationsstrategien von Männern und Frauen in zivil- und strafrechtlichen Verfahren an frühneuzeitlichen Gerichten

Responsion: Anne-Charlott Trepp (Universität Kassel)

16:15-16:45 Uhr

Christian Schneider, Meike Rühl (beide IKFN): Abschlussdiskussion, Verabschiedung