Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


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Kooperationsprojekt des IKFN

Eine kommentierte lateinisch-deutsche Anthologie Osnabrücker Jesuitendichtung aus der Zeit der Universitätsgründung (1632)

Academia Carolina Osnabrugensis sive Athenaeum Christianum virtutis et eruditionis encyclopaediae acquirendae

aus: Academia Carolina Osnabrugensis sive Athenaeum Christianum virtutis et eruditionis encyclopaediae acquirendae, Osnabrück 1630.

Inmitten der Wirren des Dreißigjährigen Kriegs wurde in Osnabrück der Versuch unternommen, auf der Grundlage des sich auf Karl den Großen zurückführenden Gymnasium Carolinum eine Jesuitenuniversität zu gründen, zu deren tatsächlicher Gründung es im Jahre 1632 kam. Nach dem Einzug der protestantischen Schweden in Osnabrück ein Jahr später musste diese Universität sogleich wieder geschlossen werden. 

In frühneuzeitlichen, bislang kaum erschlossenen Drucken ist eine Fülle dichterischer Erzeugnisse überliefert, welche diese Universitätsgründung mit massiver gegenreformatorischer Propaganda begleiten. Hierbei handelt es sich vor allem um die anachronistischen, d.h. auf die Osnabrücker Gegenwart bezüglichen, Teile des anlässlich der Gründungsfeierlichkeiten aufgeführten Bibeldramas Salomon redivivus (1630) und die poetischen Einsprengsel des in Form einer Festschrift zur Gründung herausgegebenen Prosimetrums Athenaeum Christianum (ebenfalls 1630). Ergänzend treten zwei weitere, ebenfalls in Osnabrück gedruckte poetische Texte hinzu (Christianus Hercules ... , 1630, und Catena aurea ... , 1631).

Ziel des Projekts ist es,

(1) diese Werke lateinischer Jesuitendichtung anlässlich der Osnabrücker Universitätsgründung (insgesamt ca. 600 Seiten) vollständig zu erschließen und die Ergebnisse dieser Analyse in einer ausführlichen Einleitung, die etwa ein Drittel der Abschlusspublikation umfassen soll, darzulegen,

(2) eine Auswahl repräsentativer Textpassagen im Umfang von ca. 15-20% der Textmasse als zweisprachige Ausgabe (lateinisch-deutsch) einem interdisziplinär interessierten Leserkreis vorzulegen und

(3) die ausgewählten Texte mit einem Kommentar zu versehen, der gleichermaßen die zeitgenössischen Referenzen wie auch den antiken Hintergrund der kommentierten Dichtungen erhellt. Das Projekt wird somit primär Forschenden auf den Gebieten der neulateinischen Philologie, der niedersächsischen Regionalgeschichte sowie der Kirchen- und Reformationsgeschichte dienen.

Konkrete Forschungsaufgaben sind u.a. die Klärung der Autorschaft der vier Werke, die gattungstypologische Bewertung ihrer heterogenen Teile samt Bestimmung ihres jeweils verschiedenen Innovationsgehalts, die Analyse gegenreformatorischer Topoi sowie schließlich die Frage nach der intendierten und tatsächlichen Wirkung der Schriften im historischen Kontext.

Dieses in Kooperation mit dem IKFN und der HAB Wolfenbüttel durchgeführte Forschungsvorhaben des Fachs Latein der Universität Osnabrück wird durch das Programm Pro*Niedersachsen von Oktober 2014 bis September 2017 mit einem Volumen von 200.000,00 € gefördert.

Projektleiter, Universität Osnabrück: Prof. Dr. Stephan Heilen

Projektbearbeiter: apl. Prof. (Colon.) Dr. Thomas Gärtner