Interdisziplinäres Institut

für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)


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Gefühle in Bewegung.
Affekte, Raum und Gender in der Frühen Neuzeit

Mittwoch, 11. Dezember 2019 • Affekte – Gender – Raum que(e)rgedacht: Musikbezogene Emotionsforschung am Beispiel der hannoverschen Hofoper zum ausgehenden 17. Jahrhundert

Dr. Nicole K. Strohmann (Hannover)

Der Vortrag nimmt die Begriffs-Trias der Vorlesungsreihe zum Anlass, grundsätzliche Bezüge zwischen den Kategorien Affekte, Gender und Raum aufzuspüren und sie aus musikwissenschaftlicher Sicht zu beleuchten. Am Beispiel der hannoverschen Hofoper unter Herzog Ernst August und Sophie von der Pfalz wird gezeigt, wie mit sinnlichen Mitteln im europäischen Raum Politik betrieben wurde; denn schon Gottfried Wilhelm Leibniz konstatierte in einem Brief an den Librettisten Polycarp Marci vom 13./23.01.1682, dass das „Singschauspiel nichts anders sey als ein sehr wohl erfundenes Mittel das menschliche gemüth aufs kräfftigste zu bewegen und zu rühren“.

Beginn: 18:15 Uhr im Zimeliensaal (Raum 09/114) der Universitätsbibliothek Osnabrück
Alte Münze 16.

Freitag, 17. Januar 2020 • Sinne im Kulturkontakt. Sinnesirritation, Geschlecht und Kommunikation in englischen Nordamerikaberichten des 16. und 17. Jahrhunderts.

Prof. Dr. Daniela Hacke (Berlin)

Die Sensory History verfügt über eine dynamische Historiographie zur Kulturgeschichte der Sinne. Auffällig ist die in den letzten Jahren vollzogene Neujustierung einiger methodischer und forschungsrelevanter Schwerpunkte; so hat sich die Sensory History von einer Ideengeschichte zur Geschichte der Praktiken der sinnlichen Wahrnehmung, von der Erforschung der leitenden Sinne (Auge und Ohr) zu einer vermehrten Berücksichtigung auch der sogenannten niederen Sinne (Geruch, Geschmack, Tastsinn) entwickelt. Diesen methodischen Potentialen zum Trotz wird die Sensory History überwiegend innerhalb nationaler Narrative und begrenzter Untersuchungsräume (Städte, Länder) betrieben; zudem ist sie überwiegend als eine europäische Errungenschaft der westlichen Zivilisation geschrieben worden.

Diese thematische und methodische Engführung soll in dem Vortrag überwunden werden. Sensory History wird neu als eine Geschichte der Begegnung verschiedener Sinnessysteme und – soweit möglich – als Geschichte des transkulturellen Austausches konzipiert. Im Fokus steht die Erforschung von Funktion und Bedeutung der Sinne in frühneuzeitlichen Kontaktzonen und Begegnungsräumen. Auf der Grundlage englischer Berichte von First (and Second) Cultural Encounter in Nordamerika werden die geschlechtsspezifischen Sinnesirritationen europäischer Reisender im Kontext von Wahrnehmungs- und Kommunikationsstrukturen analysiert.

---- ACHTUNG ---- Zeitänderung, Beginn: 13:00 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Mittwoch, 29. April 2019 • Affekte - Gender - Raum. Probleme und Methoden einer historischen Emotionsforschung"

Prof. Dr. em. Rüdiger Schnell (Basel)

Seit über zwanzig Jahren boomt die historische Emotionsforschung. Doch die kritische Reflexion auf deren Erkenntnisinteressen und - möglichkeiten wird gerade aufgrund dieser neu erreichten Attraktivität behindert. Allein schon die Einsicht, dass Historiker, Literaturwissenschaftler oder Philosophen nicht die gleiche historische Emotionsforschung betreiben (können), wird selten berücksichtigt. Interessant dürfte es deshalb sein, wenn etwa die geschichtswissenschaftliche Emotionsforschung aus dem Blickwinkel eines Literaturwissenschaftlers betrachtet wird. Das Rahmenthema der Vortragsreihe ('Affekte - Gender - Raum') bietet die Gelegenheit, grundlegende theoretische und methodische Probleme der historischen Emotionsforschung anhand konkreter Textbeispiele zu beleuchten.

Beginn: 18:15 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben